Die steigende Nachfrage der Wissenschaft nach Mikrogravitationsexperimenten mit höheren Wiederholraten ebnete den Weg für das brandneue Labor des ZARM: Das GTB Pro ist jetzt im Bau.
Im "Slider" werden Experimentkapseln eingesetzt, die voll kompatibel mit dem Bremer Fallturm und seinem Katapultsystem sind.

Wie funktioniert der GraviTower Bremen Pro?

Mit dem GTB Pro wird Wissenschaftler*innen ein neues Weltraum-Labor zur Verfügung gestellt, in dem mehr als hundertmal am Tag Forschung in der Schwerelosigkeit möglich ist.

Für die Durchführung der Experimente nutzt der GTB Pro ein Schienensystem. Das Besondere daran: Mit Hilfe eines Seilantriebs wird ein sogenannter Slider als Träger der Experimentkapsel auf exakt die Geschwindigkeit beschleunigt, die er theoretisch während eines Katapultfluges im Vakuum des Fallturms erreichen würde. Der GTB Pro benötigt also kein Vakuum, weil er den Luftwiderstand über einen Seilantrieb kompensiert. Durch den Slider wird die Experimentkapsel von der Umgebungsluft abgeschirmt. Zum Erreichen der Schwerelosigkeitsphase wird sie vom Slider abgekoppelt. Anschließend befindet sich die Experimentkapsel für 2,5 Sekunden als berührungsloses Objekt im freien Fall. In dieser Zeit gibt es innerhalb des Sliders keine Luftbewegung, die den freien Fall der Experimentkapsel bremsen würde, so dass wir eine ähnlich hohe Qualität der Schwerelosigkeit erreichen wie im Fallturm. Gegen Ende des freien Falls wird die Experimentkapsel schließlich wieder an den Slider gekoppelt, und beide werden durch den Seilantrieb abgebremst.

Täglich können mit dem GTB Pro mehr als 100 Experimente durchgeführt werden. Nach jedem einzelnen Experimentzyklus können die Wissenschaftler*innen auf das Experiment zugreifen, den Experimentaufbau variieren oder bereits Daten auswerten. Damit ist die Kombination aus der Qualität der Mikrogravitation und dem quasi uneingeschränkten Zugriff auf das Experiment nach jeweils 2,5 Sekunden einzigartig.

""