05. Juni 2019

Grünes Licht für freien Fall – Schulteams testen Experimente im ZARM

Am 29. Mai 2019 war das Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) der Universität Bremen fest in Schülerhand. Anlässlich des jährlich stattfindenden Nachwuchsprojekts „DroPs“ (Drop Tower Project for School Students) hatten drei Bremer Schulteams die Möglichkeit, wie echte WissenschaftlerInnen im Fallturm unter Schwerelosigkeit zu forschen.

Auf das große Finale wurde monatelang hart hingearbeitet. Neben dem regulären Schulunterricht bedeutete dies für die NachwuchswissenschaftlerInnen, theoretische Überlegungen anstellen, berechnen, tüfteln, programmieren, überprüfen und schrauben, um schließlich einen funktionstüchtigen Experimentaufbau innerhalb des vorgegebenen Zeitrahmens fertigzustellen - also beinah alle Stationen, die ein reales Raumfahrtprojekt durchläuft, von der ersten Idee auf Papier bis zum Praxistest. Während des gesamten Prozesses, standen ihnen Experten des DLR_School_Lab Bremen, des ZARM und der Initiative Hackerspace Bremen e.V. mit Rat und Tat zur Seite.

Um die einmalige Chance zu erhalten, die eigenen Fragestellungen im Fallturm auf Herz und Nieren zu testen, hatten sich fünf Teams beworben. Die Fachjury wählte schließlich die drei spannendsten Ideen aus: an den Start gingen Teams der Oberstufe des „Gymnasium Horn“ und des „Vegesacker Gymnasiums“ sowie der „Integrierten Gesamtschule Osterholz-Scharmbeck“. Aufgrund ihres großen Wissensdurstes war außer Konkurrenz auch ein Team der „Grundschule an der Melanchthonstraße “ mit von der Partie, sodass das Nachwuchsprogramm kurzerhand um den Zusatz „Mini-DroPS“ erweitert wurde.

Das Grundschulteam ließ sich für ihre Experimente bei Alexander Gerst und seinen ISS-Aufenthalten inspirieren. Neben Schokolinsen und Reis, durfte auch eine Wasserbombe und ein kleines Spielzeugboot durch den Fallturm fliegen.  

Bei den anderen Schulteams, waren die Experimente zwar weniger farbenfroh, aber mit genauso viel Neugier und Forscherdrang gespickt: Das Team des „Gymnasium Horn“ schrieb sich die Untersuchung des physikalischen Phänomens „Stehende Welle“ auf die Fahne. Die „Integrierte Gesamtschule Osterholz-Scharmbeck“ entwickelte einen Mechanismus, um das Kristallwachstum unter Schwerelosigkeitsbedingungen untersuchen zu können. Nachhaltigkeit war dagegen das Stichwort des Teams vom „Gymnasium Vegesack“, welches der Frage nachging, wie Textilien im Weltraum gewaschen werden können.

Wie auch bei den regulären Fallturmexperimenten der „großen“ WissenschaftlerInnen, standen den Schulteams exakt 4,74 Sekunden Untersuchungszeit unter Schwerelosigkeit zur Verfügung – die Dauer des freien Falls einer Experimentkapsel im Fallturm Bremen. Genau hingeschaut haben die zahlreichen High-Speed-Kameras, die jedes Experiment aufgezeichnet haben.  In wissenschaftlicher Detailarbeit werden die Daten nun von den SchülerInnen ausgewertet und bei der Abschlussveranstaltung am 20. Juni 2019 im Olbers-Planetarium präsentiert.

Das Nachwuchsprojekt DroPS wurde 2014 vom ZARM initiiert und findet seit 2015 in Kooperation mit dem DLR_School_Lab statt. Seit 2013 wird das Projekt zudem von Hackerspace Bremen e.V. unterstützt. Bei DroPS wird SchülerInnen der Oberstufe die einmalige Möglichkeit geboten, ihre Experimente in Laboranlagen mit Hilfe renommierter Wissenschaftler zu testen und „Forschungsluft“ zu schnuppern. Dieses Jahr wurde das Projekt zudem als eines der Gewinnerprojekte beim Wettbewerb „Bremen macht Helden“ ausgezeichnet und mit 2.000 Euro unterstützt. Die Bremer Sparkasse, die diesen Sonderfond für Kinder- und Jugendförderung seit nun mehr 10 Jahren ausschüttet, erkennt damit DroPS als besonderen Beitrag zur Stärkung Bremer Kinder und Jugendlicher an.

 

Ansprechpartner für Fragen zum Nachwuchsprojekt:

Dr. Benny Rievers

benny.rievers@zarm.uni-bremen.de

 

Ansprechpartnerin für allgemeine Presseanfragen und Bildmaterial:

Lucie‐Patrizia Arndt

Tel: +49 421 218‐57817

lucie‐patrizia.arndt@zarm.uni‐bremen.de

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