2011/05/24

Erster Preis für Fallturmexperimente zur Planetenentstehung (German)

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Seit 1990 organisiert der Förderverein ZARM e.V. die bundesweite Ausschreibung eines jährlichen Förderpreises. In diesem Jahr erhält René Weidling den mit 1.000 Euro dotierten 1. Platz für seine Masterarbeit an der TU Braunschweig. Sein Thema „Stöße in einem Vielteilchensystem aus Staubagglomeraten“ basiert zum größten Teil auf den Ergebnissen, die er aus Schwerelosigkeitsexperimenten am Fallturm Bremen gewonnen hat.

Die Suche nach Exoplaneten, also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, liefert derzeit immer häufiger erstaunliche Ergebnisse. In einer Entfernung von mehr als 20 Lichtjahren von der Erde existiert ein Planetensystem, dessen Konstellation unserem Sonnensystem sehr ähnlich ist. Diese Tatsache lässt
vermuten, dass unser Sonnensystem nicht durch einen unglaublichen Zufall entstand. Vielmehr geht Weidling in seiner Arbeit davon aus, dass es einen universellen Mechanismus gibt, der um einen Stern (wie unserer Sonne) kreisende Planeten entstehen lässt. Um Wissenslücken in der Theorie zur Frühphase der Planetenentstehung zu füllen, hat er eine Reihe von Fallturmversuchen durchgeführt. Darin wird untersucht, wie sich Staubpartikel unter Schwerelosigkeit zu Staubagglomeraten verbinden, die als Ausgangspunkt für die Entstehung von Planeten angesehen werden.

Professor Jürgen Blum vom Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik hat die Masterarbeit betreut und für den Förderpreis vorgeschlagen. Die Jury, bestehend aus Prof. Dr. Wolffram Schröer und Prof. Dr.-Ing. Stefan Will, (Universität Bremen), Dr. Detlev Hüser, (OHB-System AG), Dr. Peter Vits
(Astrium) und ZARM-Institusleiter Prof. Dr.-Ing. Hans Rath (als Berater), hat damit zum ersten Mal einen Bewerber mit dem ersten Preis ausgezeichnet, der selbst über mehrere Wochen im Fallturm Bremen geforscht hat. René Weidling konnte sich gegen 14 KonkurrentInnen durchsetzen, die alle im Jahr zuvor
eine Studien-, Bachelor-, Master- oder Diplomarbeit zu den Themen Strömungsmechanik, Forschung unter Mikrogravitation, Raumfahrttechnik, Weltraumforschung oder raumfahrtbezogene Umwelttechnik eingereicht haben.

Der zweite und dritte Platz gingen an:

2. Platz, dotiert mit 800,00 Euro:
Diplomarbeit von Andreas Mezger: „Auslegung und Aufbau eines Flugexperiments zur Untersuchung des Hayabusa Wiedereintritts“
vorgeschlagen von Prof. Hans-Peter Röser, Uni Stuttgart

3. Platz, dotiert mit 700,00 Euro:
Diplomarbeit von Tobias Vogt: „Messung von Geschwindigkeitsfeldern in Flüssigmetallen unter Einwirkung eines rotierenden Magnetfeldes“
vorgeschlagen von Prof. Stefan Odenbach, TU Dresden


Info für PressevertreterInnen:
Vor der Preisverleihung (um 15:45 Uhr) stehen die Preisträger und Betreuer für ein Pressefoto zur Verfügung. Falls Sie weitere Fragen oder Interesse an Interviews haben, kontaktieren Sie bitte die Geschäftsstelle des Fördervereins:

Mikka Pilath, Tel. 0421 218 2600
mikka.pilath(at)zarm.uni-bremen.de

oder die Pressestelle des ZARM:
Birgit Kinkeldey, Tel. 0421 218 4801
birgit.kinkeldey(at)zarm.uni-bremen.de

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